Wasserenthärtung: Lohnt sich eine Entkalkungsanlage? (Wer braucht eine, Hersteller, Kosten)

Aktualisiert: 8. Apr.

In diesem Blogbeitrag verraten wir dir alles wichtige rund um Entkalkungsanlagen.

Das Trinkwasser ist in der Schweiz im Allgemeinen von guter Qualität. Die Qualität wird vom BLV und vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf der Grundlage von Kriterien geprüft, die im Protokoll über Wasser und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgehalten sind.

Die Wasserhärte ist abhängig von der Calcium und Magnesium Konzentration im Wasser, durchschnittlich liegt der Härtegrad des Wassers in der Schweiz bei ca 18 ° fH . In der Nähe der Alpen findet man eher weicheres Wasser, im Mittelland und dem Jura liegt die Wasserhärte eher über dem Durchschnitt.


Für wen und bei welcher Wasserhärte lohnt sich eine Entkalkungsanlage in der Schweiz?

Bei einem hohen Kalkgehalt im Wasser ist eine Entkalkungsanlage bestimmt sinnvoll. Die negativen Auswirkungen von Hartem Wasser werden weiter unten Beschrieben. Wir empfehlen eine Entkalkungsanlage ab einer mittleren Wasserhärte (ab 30 ° fH).


Wasserhärte in der Schweiz

0° – 15° fH weiches Wasser

15° – 25° fH mittelhartes Wasser

25° – 32° fH ziemlich hartes Wasser

32° – 42° fH hartes Wasser

grösser als 42° fH sehr hartes Wasser


Hier können Sie die Wasserhärte Ihrer Gemeinde aufrufen:

http://trinkwasser.svgw.ch/index.php?id=760


Das folgende Bild gibt eine gute Übersicht über die Wasserhärte in der Schweiz.

(Quelle: Restclean)

Wir sehen gut, dass wir in unserer Region vorwiegend hartes bis sehr hartes Wasser haben, selten auch mittelhartes.


Was sind die Vorteile und Nachteile einer Entkalkungsanlage?


Vorteile

  • Geringere Verkalkung von Armaturen, Leitungen und Geräten

  • Geringerer Waschmittelgebrauch

  • Geringerer Reinigungs- und Entkalkungsaufwand

  • Geringerer Energieverbrauch

  • Längere Lebensdauer von Apparaten und Armaturen (Waschmaschienen, Geschirrspüler, Boiler, Wassererwärmer etc.)

  • Bessere Wasserqualität Positiver Effekt auf Haut und Haare. Sorgt für optimale Geschmacksentfaltung


Nachteile

  • Teilweiser Entzug der Mineralstoffe (Ionen)

  • Höhere Natriumwerte im Wasser (Ionen)

  • Verkeimung bei längerem Stillstand (Ionen)


Was für Arten von Entkalkungsanlagen gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Entkalkungsanlagen, die sich in der verwendeten Technologie unterscheiden: Ionenaustausch und Physikalische Enthärtungsanlagen.


Entkalkungsanlagen mit Wasserenthärtung durch Ionenaustausch

Die gängigsten Entkalkungsanlagen basieren auf dem Ionenaustauschverfahren. Hier werden Kalzium- und Magnesium Ionen durch Natriumionen ausgetauscht. Dies geschieht durch ein Austauschmedium, dass die unerwünschten Ionen an sich bindet.


(Bildquelle: Samara Doole / Unsplash)


Entkalkungsanlagen mit physikalischer Wasserenthärtung (elektronisch, permanentmagnetisch, elektromagnetisch, galvanisch)

Neben den Enthärtungsanlagen, die auf Ionentausch basieren, gibt es noch eine Reihe von Entkalkungsanlagen, die auf physikalischen Prozessen basieren:


Elektronische Entkalkungsanlagen: Das Wasser wird bei stromführenden Elektroden vorbeigeführt, dabei bilden sich Kalkkristalle, die dann abgeführt werden.


Permanentmagnetische Entkalkungsanlagen: Durch Magnetfelder sollen die Kalkkristalle so umstrukturiert werden, dass diese keine Auswirkung mehr auf die Wasserhärte haben.


Elektromagnetische Entkalkungsanlagen: Elektromagnetische Felder sorgen dafür, dass sich an den Rohrwänden keine Kalkablagerungen bilden.


Galvanische Entkalkungsanlagen: Verhinderung von Kristallwachstum, durch die abgabe von Zink.

 

Die Wirksamkeit der Physikalischen Wasserenthärtung wurde in Studien bisher noch nicht endgültig nachgewiesen. Aus diesem Grund mahnt der Schweizerische Verein des Gas und Wasserfaches (SVGW) zur Vorsicht und empfiehlt die vertragliche Absicherung deren Wirksamkeit.



Welche empfehlenswerten Marken für Entkalkungsanlagen gibt es?

In der Schweiz gibt es viele Hersteller von Enthärtungsanlagen, die meisten bieten eine breite Palette von verschiedenen Anlagen für verschiedene Gebäudearten an, hier eine Auswahl der gängigsten Anbieter in der Schweiz:

  • BWT: Marktführer in Europa, bietet ein breites Spektrum an Wasserenthärtungsanlagen an.

  • Grünbeck: Deutscher Marktführer, Fokus auf Zuverlässigkeit und Effizienz.

  • Aqmos: Deutscher Qualitätsbetrieb, hohe Kundenzentrierung.

Lokale Anbieter

  • Aqua Gontier: Alle Anlagen werden in der Schweiz nach höchstem Qualitätsanspruch zusammengebaut.


Was musst Du bei der Wartung von Entkalkungsanlagen beachten?

Durch den Eigentümer: halbjährliche Prüfung/Kontrolle der Enhärtungsanlage (gemäss Norm DIN EN 806-05)

  • Optische Überprüfung der Dichtheit

  • Überprüfung Wasserhärte

  • Füllstand Salztank

Durch Fachbetrieb: Jährliche Generalwartung (gemäss DVGW)

  • Messung der Betriebswerte: Wasserhärte, Wasserdruck und pH-Wert.

  • Überprüfung der Anlage und Schlauchverbindungen auf Dichtheit und Beschädigungen

  • Reinigung von Salztank, Soleventil und Niveauelektroden

  • Überprüfung des Regenerationslaufes

  • Kontrolle der Saugleistungen der Injektoren

  • Überprüfung der Steuerelektronik und Einstellungen

  • Überprüfung des Sicherheitsschwimmer im Salztank

  • Nachfüllen der Salztabletten (bei Bedarf)

  • Erstellung des Wartungsprotokolls

  • Anbringen der Prüfplakette


(Bildquelle: Sime Basioli / Unsplash)


Was kostet eine Entkalkungsanlage?

Anschaffungskosten:

Die Kosten für Entkalkungsanlagen in der Schweiz sind abhängig von Modell, der enthärteten Wassermenge und der Technologie.


  • Einfamilienhaus: ca. 2000 - 5000 CHF

  • Mehrfamilienhäuser: ca. 3000 - 10000 CHF

  • Industrie: ab ca. 5000 CHF

Betriebskosten:

Abhängig von Wasserhärte und der enthärteten Wassermenge.

  • Salz pro Jahr (ab ca. 50 CHF pro Jahr)

  • Strom und Abwasser (ab ca. 10 CHF pro Jahr)


Wartungskosten:

  • Jährliche Generalwartung (ab ca. 350 CHF pro Jahr)


Einsparungen:

  • Weniger Waschmittel (bis zu 150 CHF weniger pro Jahr)

  • Keine Kalklösemittel zur Kalkentfernung (ca. 50 CHF pro Jahr)

  • Weniger Reinigungsaufwand (mehrere Stunden pro Jahr)

  • Verlängerung der Lebensdauer der Anlagen und Armaturen (bis zu mehreren 1000 CHF)


Fazit

Der Kauf einer Entkalkungsanlage ist vor allem bei einem hohen Wasserhärtegrad (ab 30 ° fH) empfehlenswert. Die Kosten für die Anschaffung amortisieren sich meist über die Laufzeit der Anlage. Aktuell lohnt sich auch eher eine Anlage, die auf dem Ionenaustauschverfahren aufbaut, hier wurde die Wirksamkeit der jeweiligen Anlagen in mehreren Studien und Untersuchungen bewiesen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl und der Montage ihrer Enthärtungsanlage. Wir beraten Sie gerne per Telefon, E-Mail oder direkt an unserem Standort in Oeschgen im Aargau.





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